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Mehrstrahl-Echolote und Mehrstrahl-Sonarsysteme

Multibeam-Echolote (MBES) sind aktive akustische Systeme, die den Meeresboden kartieren, indem sie Schall über eine breite Streuung aussenden und mehrere schmale Empfangsstrahlen bilden. Sie unterstützen hydrografische Vermessungen, bathymetrische Kartierungen, die Abbildung der Wassersäule, Offshore-Ingenieurwesen und Unterwasserinspektionen von Vermessungsschiffen, USVs, AUVs, ROVs und Schleppplattformen aus.

Auf dieser Seite werden führende Hersteller von Multibeam-Echoloten vorgestellt, die Konfigurationen wie am Rumpf montierte, tragbare und druckfeste Multibeam-Sonarsysteme anbieten.

Lesen Sie den Technologieübersicht

Hersteller und Lieferanten von Multibeam-Echoloten

Teledyne Marine
Teledyne Marine

Hochleistungsinstrumente, Sensoren und Technologien für die Erforschung und Überwachung von Unterwasserumgebungen

Cerulean Sonar
Cerulean Sonar

Modernste Lösungen für die Unterwasserbildgebung und -ortung in der Meeresforschung

NORBIT Subsea
NORBIT Subsea

Modernste Fächerecholot-Lösungen für Meeres- und Unterwasseranwendungen

SatLab Geosolutions
SatLab Geosolutions

Modernste Vermessungs-, Positionierungs- und Sensorlösungen für hydrografische und ozeanografische Anwendungen

Tritech
Tritech

Unterwasser-Sonargeräte für Navigation und Zielerfassung

Kongsberg Discovery
Kongsberg Discovery

AUVs für Umweltkartierung und -überwachung

Neptune Sonar
Neptune Sonar

Wandlertechnologie für marine und Unterwasseranwendungen

EchoLogger
EchoLogger

Sonarprodukte für die Unterwasserüberwachung

BioSonics, Inc
BioSonics, Inc

Hydroakustische Lösungen für die Überwachung aquatischer Ökosysteme

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Der umfassende Leitfaden zu Multibeam-Echoloten und Multibeam-Sonartechnologie

William Mackenzie

Aktualisiert:

Einführung in Multibeam-Echolote

Ein Multibeam-Echolot (MBES) ist ein aktives akustisches Messgerät, das den Meeresboden kartiert, indem es Schallimpulse über einen breiten, fächerförmigen Sektor aussendet. Im Gegensatz zu einem Einstrahl-Echolot bildet ein modernes Multibeam-Echolotsystem mehrere schmale Empfangsstrahlen, um in einem einzigen Durchgang einen breiten Korridor des Meeresbodens zu kartieren. Das System misst die akustische Hin- und Rücklaufzeit sowie den Ankunftswinkel des reflektierten Impulses. In Verbindung mit Daten zu Position, Kurs, Bewegung und Schallgeschwindigkeit ergeben diese Messungen eine georeferenzierte dreidimensionale Darstellung des Unterwasserreliefs.

Die meisten modernen Multibeam-Sonarsysteme basieren auf der geometrischen Anordnung nach Mills Cross, bei der senkrecht zueinander stehende Sende- und Empfangslinienarrays verwendet werden, um kleine, hochfokussierte Bereiche auf dem Meeresboden zu erfassen. Um genaue Tiefenmessungen zu gewährleisten, muss das System die Oberflächenschallgeschwindigkeit (SSV) an der Wandlerfläche kontinuierlich überwachen, um eine Strahlsteuerung in Echtzeit zu ermöglichen. Darüber hinaus muss ein vollständiges Schallgeschwindigkeitsprofil (SVP) erfasst werden, um eine Strahlverfolgung durchzuführen, die die Lichtbrechung korrigiert, wenn sich Schallwellen durch unterschiedliche Wasserschichten ausbreiten.

Kernanwendungen von Multibeam-Echoloten

Hydrographische Vermessung und Unterwasserkartierung

HydroBeam M4 High-Precision Multibeam Echosounder by SatLab Geosolutions

Hochpräzises Multibeam-Echolot, HydroBeam M4, von SatLab Geosolutions

Die Durchführung einer hydrografischen Multibeam-Vermessung ermöglicht eine kontinuierliche, hochdichte Erfassung des Meeresbodens, die in der Regel den herkömmlichen Einstrahlverfahren überlegen ist. Diese umfassende Erfassung ermöglicht es Hydrografen, Navigationsgefahren, Schiffswracks, Unregelmäßigkeiten bei Baggerarbeiten und lokal begrenzte Trümmer zuverlässig zu identifizieren.

Für die Seekartografie und den Unterwasserbau muss eine multibeam-bathymetrische Vermessung definitive Mindesttiefen ermitteln und dabei die Messunsicherheit streng quantifizieren. Dieser Prozess erfordert, dass Positionierung, Bewegungskompensation und Schallgeschwindigkeitsprofilierung als primäre, integrierte Komponenten der Messarchitektur behandelt werden und nicht als sekundäre Metadaten.

Abbildung der Wassersäule

Durch die Erfassung akustischer Rückstreusignale aus der gesamten Wassersäule – und nicht nur des Bodensignals – kann ein Multibeam-Sonarsystem eine erweiterte Bildgebung durchführen. Diese Fähigkeit ist entscheidend für die Identifizierung von Gasausströmungen, aufsteigenden Blasenwolken und schwebenden Infrastrukturelementen wie Verankerungsleinen. Marinebetreiber stützen sich zudem auf diese Daten, um die oberen Abschnitte komplexer Wracks zu lokalisieren, bei denen Algorithmen zur Meeresbodenerkennung andernfalls möglicherweise auf das tiefste Echosignal oder den umgebenden Meeresboden fixiert wären.

Meereswissenschaft und Meeresforschung

In der Meeresforschung bildet die Multibeam-Bathymetrie das grundlegende strukturelle Gerüst für die Interpretation geologischer, chemischer und biologischer Beobachtungen. Regionale Tiefseekartierungen grenzen ausgedehnte tektonische Strukturen und tiefe Canyons ab, während bodennahen Plattformen feinskalige geomorphologische Merkmale wie lokale Sedimentwellen auflösen. Diese hochdetaillierten Karten sind unerlässlich für die Planung zielgerichteter Tauchgänge mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs), die Auswahl wissenschaftlicher Standorte für Kernprobenentnahmen sowie den Einsatz von Instrumenten zur Langzeitüberwachung des Meeresbodens.

Umweltüberwachung und Kartierung von Lebensräumen

Die Kartierung mittels Multibeam-Sonar unterstützt das Umweltmanagement, indem sie die physikalische Komplexität des Geländes, die Neigung und die Rauheit charakterisiert. Akustische Rückstreudaten dienen als Indikator für die Substratzusammensetzung und helfen Forschern dabei, zwischen Gestein, Kies, Sand und Schlamm zu unterscheiden. Da akustische Daten allein keine eindeutige Klassifizierung liefern können, nutzen Forscher physikalische Greifproben und Videoaufnahmen mit Fallkameras, um ihre Lebensraummodelle zu verifizieren und zu validieren.

Offshore-Energie und Unterwassertechnik

Im Bereich der Offshore-Energie wird die Multibeam-Vermessung über den gesamten Lebenszyklus von Windparks, Ölförderanlagen und Unterwasser-Versorgungskorridoren hinweg eingesetzt. Diese Technologie ist entscheidend für die Planung von Pipelinetragen, die Überwachung von Felsabtragungsarbeiten und die Inspektion von Bauwerken auf Auswaschungen. Hochfrequente Multibeam-Sonarsysteme liefern zudem ein Echtzeit-Lagebild, das es ROV-Piloten ermöglicht, in Umgebungen mit eingeschränkter Sicht sicher zu navigieren und Strukturen zu bedienen.

Konfigurationen von Multibeam-Echoloten

Die Wahl der richtigen baulichen Anordnung ist entscheidend, um die erforderliche Vermessungsauflösung und Betriebseffizienz zu erreichen.

  • Multibeam-Echolot von NORBIT Subsea

    NORBIT WBMS X, ultrakompakte Breitband-Multibeam-Sonare von NORBIT Subsea

    Am Rumpf montierte Systeme: Diese fest installierten Systeme bieten maximale physikalische Stabilität und machen eine häufige Neukalibrierung der Sensoren überflüssig.

  • Mastmontierte und über Bord montierte Systeme: Diese Systeme eignen sich ideal für den temporären Einsatz und bieten hohe Flexibilität auf Gelegenheitsschiffen, erfordern jedoch eine sorgfältige Kalibrierung, um Bewegungsfehler auszuschließen.
  • Tragbare Multibeam-Vermessungssysteme: Tragbare Multibeam-Echolot-Pakete ermöglichen einen schnellen Einsatz auf kleinen Booten und taktischen Schiffen für Operationen in flachen Gewässern.
  • Unterwasser- und druckfeste Multibeam-Sonare: Diese für extreme Tiefen ausgelegten, druckfesten Geräte werden in ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROVs) und autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs) integriert, um hochauflösende Daten in unmittelbarer Nähe des Meeresbodens zu erfassen.
  • Vorwärtsgerichtete Multibeam-Sonare: Diese Systeme strahlen akustische Energie vor dem Fahrzeug aus, um die aktive Hindernisvermeidung und die Zielabbildung zu unterstützen.
  • Profilierungs- und Bildgebungs-Multibeam-Systeme: Diese spezialisierten Systeme, darunter 3D-Multibeam-Scanning-Sonare, legen den Schwerpunkt auf die schnelle akustische Visualisierung oder die hochpräzise Profilierung vertikaler Strukturen wie Kaimauern.

Diese mechanischen Konfigurationen ermöglichen es Vermessungsingenieuren, ihre akustischen Messgeräte an die spezifischen physikalischen Gegebenheiten der Einsatzplattform anzupassen.

Wichtige Leistungsparameter von Multibeam-Echoloten

Das Verständnis der zentralen Betriebsspezifikationen eines Sonarsystems ist für die Planung einer erfolgreichen Vermessung mit einem Multibeam-Echolot von entscheidender Bedeutung.

  • Betriebstiefe und maximale Reichweite: Die Sonarfrequenz bestimmt die Betriebstiefe, wobei niedrige Frequenzen für die Kartierung der Tiefsee und hochfrequente Multibeam-Sonare für flache Gewässer verwendet werden, die für hochauflösende Arbeiten in Küstengewässern optimiert sind.
  • Anzahl der Strahlen und Strahldichte: Messmodi mit hoher Strahldichte erzeugen mehrere unabhängige Tiefenmessungen pro Strahl, um die Datenabdeckung zu maximieren.
  • Strahlbreite und Winkelauflösung: Engere physikalische Strahlbreiten isolieren kleinere Bereiche des Meeresbodens und ermöglichen so eine schärfere Zieltrennung.
  • Erfassungsbreite und maximaler Sektorkąt: Ein breiterer Sektor erhöht die Erfassungseffizienz, jedoch sind schräg verlaufende Außenstrahlen anfälliger für Brechungsfehler und Rauschen.
  • Tiefengenauigkeit und Wiederholbarkeit: Um eine hohe Genauigkeit zu erreichen, ist eine präzise Kalibrierungsroutine erforderlich, die als „Patch-Test“ bezeichnet wird, um Winkelversätze zwischen dem Sonarkopf und dem Bewegungssensor auszugleichen.
  • Impulsrate und Beschränkungen der Schiffsgeschwindigkeit: Die maximale Impulsrate ist physikalisch durch die Schallgeschwindigkeit und die Wassertiefe begrenzt, was direkt die maximal zulässige Schiffsgeschwindigkeit vorgibt, um Lücken in der Abdeckung zu vermeiden.

Diese Parameter müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, um die Anforderungen internationaler hydrografischer Standards hinsichtlich Datendichte und Genauigkeit zu erfüllen.

Neueste Entwicklungen im Bereich des Multibeam-Sonars

Jüngste technologische Fortschritte verändern die Art und Weise, wie maritime Betreiber akustische Meeresbodendaten erfassen, verarbeiten und nutzen.

  • Breitere Erfassungsbereiche und höhere Strahlanzahlen: Dank fortschrittlicher Array-Konstruktionen und Verarbeitungselektronik können Systeme breitere Sektoren abdecken, ohne die Messgenauigkeit zu beeinträchtigen.
  • Multi-Swath- und Multi-Ping-Betrieb: Diese Systeme senden mehrere akustische Impulse gleichzeitig aus, um bei höheren Fahrgeschwindigkeiten eine hohe Vermessungsdichte entlang der Fahrtrichtung aufrechtzuerhalten.
  • Verbesserte Breitband-Signalverarbeitung: Die Breitbandtechnologie ermöglicht multispektrale Rückstreumessungen durch Umschalten der aktiven Frequenzen, um hochdetaillierte Karten zur Klassifizierung von Sedimenten und Lebensräumen zu erstellen.
  • Echtzeit-Vermessung mit Cloud-Anbindung: Dank Edge-Verarbeitung und Cloud-Plattformen können Offshore-Systeme verarbeitete Geländedaten an Experten an Land streamen, um eine Qualitätskontrolle nahezu in Echtzeit zu ermöglichen.

Diese bahnbrechenden Innovationen reduzieren den Bedarf an manueller Nachbearbeitung weiter und liefern gleichzeitig qualitativ hochwertigere Kartierungsprodukte schneller als je zuvor.